Asienpalast mal authentisch

In meinem kleinen Gastbericht möchte ich euch ein paar Eindrücke meiner Lieblingsbeschäftigung Nahe bringen – Essen. Beginn der kulinarischen Reise war die Hauptstadt Bangkok. Schon als ich ankam stachen die dutzende Essensstände am Straßenrand heraus, bereits früh vormittags gab es hier nur deftiges in Form von Fleischspießen, gegrilltem Fisch und Suppen. Für die erste Probe war es wohl ein riesen Vorteil dass mein Kumpel Simon der bereits seit 4 Monaten in Bangkok aufgrund eines Auslandssemesters war, ein paar Erfahrungen an mich weiter geben konnte.

So ging es fürs Frühstück erst einmal ein paar Straßen weiter auf einen Markt, auf dem ich für 40 Baht (umgerechnet 1€) eine Portion Nudeln mit Gemüse und eine Ananas gekauft habe. Die Nudeln – eine Art dickere Spaghetti - waren relativ vergleichbar mit den „deutschen“ Nudeln. Als Beilage der Nudeln waren Pilze und Morning Glory in der Plastiktüte, die als Teller diente. Das sogenannte „Morning Glory“ ist eine Art Spinat, das sich im Laufe der Zeit wohl zu meinem neuen Lieblingsgemüse entwickelt hat. Die Ananas ist eigentlich unmöglich zu beschreiben, weil es wohl in Deutschland noch nie so eine gute Ananas gegeben hat die überhaupt mit dem Geschmack mithalten kann ;)

 

Aufgrund des zeitlichen und preislichen Aufwandes, ist es in Thailand wohl üblich, dass die meisten Einheimischen sich über das Angebot auf dem Markt und der Essensstände ernähren und somit zuhause sogut wie nie selber kochen.

 

Nach dem Einchecken in das Hotel ging es dann weiter zum Mittagessen. Hier nahm uns Simon mit in sein Stammlokal, dass er Liebevoll „Mama“ nannte. Bereits nach dem ersten Eindruck war jegliche Erklärung überflüssig wieso er das Lokal so nannte. Zwei sehr herzliche Damen begrüßten uns sofort und gaben uns das Menü. Das Menü sah eigentlich in jedem Lokal gleich aus: Ein einfoliertes DINA4 Blatt dass Bilder von verschiedenen Gerichten aufgedruckt hatte. Wir nahmen beide das Stammgericht von Simon in diesem Lokal das sich Beef Basil nannte mit dem deutlichen Hinweis von Simon „not spicy“. Als ich zu Simon meinte, dass ich eigentlich scharf mag meinte er nur dass ich abwarten soll und es immer noch scharf genug sei. Nach ein paar Minuten kam dann ein Teller mit Reis und Hackfleisch. Der gekochte Reis diente als sättigende Beilage der eigentlich eins zu eins mit dem in Deutschland üblichen vergleichbar war. Das Hackfleisch war wohl mit ein paar Chillis und dem Thai-Basilikum angebraten. Wie Simon schon vorgewarnt hatte war die Schärfe des Gerichts mehr als Genug. Ich würde sagen, viel schärfer als als in Deutschland üblich ist. Dennoch war es zu ertragen und geschmacklich sehr gut! Und das für gerade mal 50 Baht.

 

Die Portionen sind in Thailand allerdings kleiner als die die wir aus Deutschland kennen. Deshalb isst man hier oft mehrere Mahlzeiten auf den Tag verteilt. Durch die große Auswahl der vielen Essensstände ist es auch das kleinste Problem hier nicht satt zu werden.

 

Nach ein paar kleinen Besichtigungen des Stadtteils in dem Simon lebt ging es dann Abends in ein teureres Restaurant, dass man dann auch wirklich Restaurant nennen konnte.

Hier bestellte ich den Papaya Salat und das thailändische Nationalgericht Pad Thai. Der Papaya Salat bestand aus Bohnen, Kohl, Sprossen, Erdnüssen und -wer hätte es gedacht- Papaya! Der Salat war leicht scharf angemacht, was aber abgerundet mit der süßen Note der Papaya sehr gut harmonierte! Das Pad Thai bestand aus Reisnudeln, verschiedenem Gemüse, Erdnüssen, Tofu und einer Wahlzutat aus Fleisch oder Fisch. In meinem Fall waren es Garnelen. Die Nudeln waren mit Fischsoßen und einer unbekannten Zutat süßlich angemacht, was erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig war. Dennoch war es nach weiterem Verzehr wirklich gut!

Der Preis hierfür waren 210 Baht (umgerechnet ca. 5€). Im Vergleich zu anderen Möglichkeiten war es hier wirklich „teuer“ aber der Preis war aufgrund der Qualität definitiv gerechtfertigt.

 

 

Als Nachtisch diente auf dem Heimweg eine Art Crepes den wir am Straßenrand vor dem Hotel gekauft hatten. Frisch zubereitet aus einem Teig, einer Banane, einem Ei und Schokosoße für nur 20 Baht, war es wirklich sehr sehr lecker! Gemacht wurde es auf einer runden tiefen Fläche mit einer Art Margarine. Der Wagen bzw. die umgebaute Schubkarre war ca. 1 m Lang und 50 cm Breit. Also wirklich nur eine Fläche aus Metall auf der gebraten und der Teig ausgerollt wurde.

 

So endete also der erste Tag meiner kulinarischen Reise.

 

 

Die Tage danach versuchte ich mich mit ein paar verschiedenen Gerichten die aber im Großen und Ganzen meistens aus Reis oder Nudeln mit Hähnchen,Schwein oder Rind bestanden. Deshalb will ich hier nicht ins Details gehen sondern lieber über zwei nennenswerten Dinge schreiben die ich erlebt hatte :)

 

 

Nr 1: Das große Krabbeln

 

An einem entspannten Abend mit ein paar isotonischen Getränken, zog uns auf die berühmte Khao San Road um den Abend ausklingen zu lassen. Auf der Partymeile entdeckte ich einen Stand mit frittierten Insekten. Meine Augen wurden groß und das Ziel ein Punkt meiner to-do Liste zu streichen nahe. „Photo 10 Baht“ stand groß an der Scheibe des Standes, der wohl nur auf die Touristen wie mich aus war. Nach der ersten Begutachtung entschied ich mich schließlich für einen Skorpion der in meinen Augen noch die beste Wahl war. Die weitere Möglichkeiten wären Kakerlaken, Schlange, Heuschrecken und Vogelspinnen gewesen. 50 Baht legte ich für den kleinen Skorpion auf den Tisch und nach kurzer Überwindung fing vorsichtig mit einem Bein an. Geschmeckt hat es eigentlich nach gar nichts, nur das unfassbare knusprige hat es ein bisschen gut gemacht. Als ich von Bein zu Bein an den Körper gelangt war und wohl die größte Überwindung , den Schwanz vor mir hatte, schaffte ich das auch noch und konnte nun diesen Punkt von meiner Liste streiche. Die Angst vor dem Essen war im Nachhinein wirklich unbegründet. Vermutlich macht man sich einfach nur zu viele Gedanken, da man über die sozialen Netzwerke zu viel sah und auch aus dem Grund dass man vorher noch nie ein Insekt gegessen hatte.

 

Nr 2: Koreanische Schärfegrade

 

Auf einem kurzen Abstecher nach Kambodscha gingen wir nach einer stressigen 12 stündigen Anreise noch in ein koreanisches Restaurant, dass komplett mit Einheimischen befüllt war.

Es gab nur Suppen mit verschiedenen Einlagen die man mit verschiedenen Schärfegrade von 1-7 bestellen konnte. Meine Kollegen bestellten die Stufen 1, 2 und 3. Da ich sonst wirklich sehr gerne scharf esse und meinen Kumpels nichts nachstehen wollte, bestellte ich natürlich den Schärfegrad 4. Als Antwort bekam ich vom Kellner nur einen komischen Blick zurückgeworfen, der mich im Nachhinein schon ahnen hätte lassen können dass ich es bereuen werde.

Nach langer Wartezeit kam der Kellner mit den Suppen und wir fingen an zu essen. Bereits der erste Löffel brachte mich zu einem kräftigen Hustanfall. Nach ein paar Löffeln wurde es zumindest ein wenig besser, dennoch durfte ich die komplette Suppe lang ein paar Tränen verdrücken. Die Begeisterung meiner Kumpels dürft ihr euch selbst denken ;)

Ich frage mich bis heute noch was für eine Art Mensch den Schärfegrad 7 essen kann ohne dabei in Ohnmacht zu fliegen. Aus meiner Sicht unmöglich!

 

Das war nun mein kleiner Gastbeitrag im Blog Adventure Thailand. Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Eindruck der asiatischen Küche vermitteln!

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