Weihnachten unter Palmen

Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden. – Roswitha Bloch
 

Schon seit dem Sommer stand fest, dass wir unser diesjähriges Weihnachtsfest auf der Insel Ko Phangan verbringen werden, in einer Anlage Namens Pap´s Place einem wild-romantischen Bungalow aus Holz. Sascha, das immer mitdenkende Schlauköpfchen hatte nämlich die glorreiche Idee unsere Unterkunft an Weihnachten schon im Voraus zu buchen. Dieser Gedankenblitz stellte sich schließlich als ein wahres Juwel heraus und bescherte uns beiden einen wunderschönen Heiligabend umgeben einer traumhaften Idylle.

 

Weihnachten nicht zu Hause zu sein? Keine Vorweihnachtszeit mit den ganzen Plätzchen, Weihnachtsmärkten und kuscheligen Teeabenden zu erleben und kein traditionelles Weihnachtfest mit der Familie und dem vielen leckeren Essen...dies war eine unmögliche Vorstellung. Die Realität sah 30 Grad, Sonnenschein, Meer und Cocktails am Strand also Urlaubsfeeling pur vor. Somit war weit und breit keine Spur von Schnee oder gar winterlicher Besinnlichkeit. Uns gefiel es wirklich sehr auf Ko Phangan, unser zweiter Insel nach Ko Lanta, doch Weihnachtsstimmung konnte hier beim besten Willen nicht aufkommen. Lediglich die mit rot-grünen Girlanden geschmückten Restaurants, 7/11s, Resorts und die amerikanischen Weihnachtslieder in den klimatisierten Kaufhäusern erinnerten an das bevorstehende Fest. Dies waren aber nur kitschige Versuche den Vorstellungen der europäischen Urlauber gerecht zu werden.

 

Nichtsdestotrotz hatten wir den Plan unser Weihnachten so gemütlich und heimelig wie möglich zu gestalten. Dazu gehörte natürlich ein selbst gekochter Weihnachtsschmaus an Heiligabend, diesen kauften wir bereits am 23ten Dezember in einem Sharper ähnlichen Supermarkt in Thongsala ein. Unserer Vorstellung nach bestand das perfekte Weihnachtsessen aus Nudeln mit Tomatensoße und geriebenem Pizzakäse. Natürlich durfte zu dem perfekten Dinner ein Glas Gin Tonic auch nicht fehlen. Schnell machten wir jedoch die Erfahrung, dass westliche Lebensmittel sehr teuer in Thailand sind und auch nur rar verfügbar.

 

In gespannter Erwartung über den kommenden Tag und Abend zogen wir schließlich am 24. Dezember von dem kleinen Zimmerchen in die riesige Villa. Die Anlage am Salad Beach hatte durch ihre Lage am Berg einen besonderen Charme und auch die rustikale, detailreiche Außen bzw. Inneneinrichtung sorgte für den mystischen Zauber, den wir hier verspürten. Sie war wunderschön, vor allem der zweistöckige Außenbereich mit den verschiedenen Sitzmöglichkeiten, darunter drei Hängematten und das große, wohlduftende Bad mit dem Whirlpool zwischen den mit Muscheln und warmen Lichtern behangenden Wänden, begeisterte uns. Das geräumige Bett befand sich in einem großen Raum, der zwar schön war, aber dem der gewisse Weihnachtszauber jedoch fehlte. Somit beschlossen wir uns dazu, den nicht ganz echten aber schönen Weihnachtsbaum auszuleihen, der am Pool des ersten Hauses auf der Anlage stand und unserer Meinung, dort eh völlig fehl am Platz war. Diesen stellten wir dann in unser Wohnzimmer und umwickelten diesen mit einer rot, blinkenden Lichterkette, in einem Trödelladen erstanden hatten. Dazu schalteten wir unsere kleine Box an und hörten noch den ganzen Tag Weihnachtslieder und sangen dazu leise mit. Nun konnte Weihnachten kommen!

 

Es entstand ein wunderschönes, entspanntes Weihnachtsfeeling in unserer kleinen Villa und wir waren einfach nur glücklich dort zu sein. Den Sonnenuntergang beobachteten wir auf unser Veranda im zweiten Stock bei einem Glas Gin Tonic, Musik und einem E-Book. Ich in meiner Hängematte und Sascha auf der kleinen Eckbank blickten träumerisch auf die Sonne, die gerade den Himmel dunkelrot färbte. Noch lange nachdem die Sonne bereits untergegangen war, lag ich in meiner Hängematte und genoss den Flair in der rauen Natur.

 

 

Langsam wurden wir hungrig und voller Tatendrang begannen wir unser Menü zu kochen, so gut es ging mit den Mitteln die uns zur Verfügung gestellt wurden. Auf dem Balkon genossen wir unser erstes selbst gekochtes Essen in vollen Zügen und wenn wir durch die Fensterscheiben blickten, funkelte uns unser kleiner Tannenbaum festlich an.

Das Highlight des Abends war das skypen mit unser beiden Familien. Es war so schön die ganze Familie zu Weihnachten versammelt um den Tisch sitzen zu sehen und mit ihnen zu reden. Auf einmal fühlte man sich ihnen ganz nah und verbunden und die Distanz spielte überhaupt keine Rolle mehr. Nach den Gesprächen gab es eine kleine Bescherung mit Kerzenlicht und unter Stille Nacht… Ich fühlte mich wie zuhause. Ich öffnete das kleine Geschenk, welches mir meine Mama mitgegeben hatte und freut mich riesig darüber. Es zeigte mir, dass es nicht immer auf die Menge ankommt, sondern manchmal die kleinen Dinge im Leben zählen.

Schließlich ließen wir den Abend mit einem heißen Bad im Wirlpool und einer Folge unserer Lieblingsserie How I Met Your Mother ausklingen. Dies alles machte es zu dem perfekten, zauberhaften Weihnachten.

 

Auch in den nächsten beiden Tagen blieb uns der Zauber der Weihnacht erhalten und wir versüßten uns den Tag durch Weihnachtslieder, bei denen wir schallend mit sangen und dem Weihnachtsfilm Santa Claus. Es wurden einfach schöne Tage, trotz unseren Bedenken, denn wir wussten nun das man mit ein bisschen Vorstellungskraft, Einfallsreichtum und den Liebsten, überall auf der Welt Weihnachten feiern kann.

 

 

Der Flug CA758

15 Nov 2017

"Es gibt nur zwei Gefühle in einem Flugzeug: Langeweile und Schrecken."― Orson Welles   Als morgens um 06:00 Uhr der Wecker ging war ich nicht weniger aufgeregt als in der Nacht zuvor. „Das ist die letzte Nacht in Deutschland, die letzte Nacht in deinem Bett, die letzte bei deinen Freunden, die le ...

Asienpalast mal authentisch

19 Dez 2017

In meinem kleinen Gastbericht möchte ich euch ein paar Eindrücke meiner Lieblingsbeschäftigung Nahe bringen – Essen. Beginn der kulinarischen Reise war die Hauptstadt Bangkok. Schon als ich ankam stachen die dutzende Essensstände am Straßenrand heraus, bereits früh vormittags gab es hier nur deftige ...

Bangkok – First Contact

17 Nov 2017

"Stadt der Devas, große Stadt, Residenz des heiligen Juwels Indiras, uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt..."-deutsche Übersetzung Bangkok   Hitze... erdrückende Hitze, die einem erst einmal die Kehle zuschnürt, einem schnell zu Kopfe steigt. Als wir aus dem Flugzeug ausstiege ...

Das Visum - Der letzte Schritt

08 Nov 2017

“A journey of a thousand miles begins with a single step.”– Lao Tzu   "Tut mir leid... Ich nehmen heute keine Anträge mehr an, kommen Sie bitte am Montag wieder", das waren die Worte die wir beide hörten, als wir das Thailändische Konsulat in Stuttgart das erste Mal besucht haben. Wir waren damals ...