Bangkok – First Contact

"Stadt der Devas, große Stadt, Residenz des heiligen Juwels Indiras, uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt..."
-deutsche Übersetzung Bangkok

 

Hitze... erdrückende Hitze, die einem erst einmal die Kehle zuschnürt, einem schnell zu Kopfe steigt. Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen war es als wären wir direkt in eine stark beheizte Therme marschiert, als hätte ich meinen Kopf in einen Backofen gesteckt, als hätte die Sonne beschlossen während unseres Fluges die Erde zu umarmen. Noch in der Tür schaute ich mich nach dem Triebwerk um, in dessen Abluft ich stehen musste. Erst nach ein paar Sekunden realisierte ich das es sich hier um die ständig heiße, feuchte und leicht stickige Luft von Bangkok handeln musste.

 

Komplett übermüdet und erschöpft versuchten wir den Brei unter Kontrolle zu bringen, den die Hitze und der Flug aus unseren Hirnen gekocht hatte. Unsere ersten Aufgaben waren nun, nachdem wir wieder mehrere Sicherheitskontrollen passiert und unser Gepäck eingesammelt hatten, unser Geld zu wechseln und uns einen Handytarif zu besorgen. Denn ohne Google Maps, Booking.com und anderen diversen Apps z.b. Uber oder die offizielle ThaiRailway App wären wir in Thailand ziemlich aufgeschmissen. Beides war ziemlich einfach zu lösen und sprang uns quasi auf den Arm als wir durch das riesige Flughafengebäude liefen.

 

Ein Taxi fuhr uns dann zu unserer ersten Unterkunft. Von der Fahrt selber habe ich nicht so viel mitbekommen, da ich immer kurz vor dem weg dösen war und deswegen viel zu sehr beschäftigt war, mich wach zu halten als mich auf die Landschaft um uns herum zu konzentrieren. Alles was mir in Erinnerung blieb, waren eine Hand voll Bilder uns Szenen von einer gewaltigen, bunten teils schmuddeligen Stadt. In einem Video von uns „Wir sind Heimat“ das wir für den Clip Contest 2017 produziert hatten, gingen wir auf den Trubel in Städten ein… den Trubel in LEUTKIRCH!?! In diesem Taxi viel mir auf das wir eigentlich davon überhaupt keine Ahnung hatten. Auch zum Thema Heimat sind mir, als wir dann so weit entfernt von „ihr“ waren, tausend neue Aspekte dazu eingefallen.

 

Als wir dann in unserem Guesthouse angekamen und viel zu viel für die Taxifahrt bezahlt hatten, (immer Taximeter verlangen) konnten wir endlich schlafen.

 

Stolze 2 Stunden konnten wir schlafen, doch dann spürte ich in meinem Magen ein klaffendes Loch das sich in Richtung Nieren bohrte. Nun zog es uns endlich auf die Straßen Bangkoks… eine Stadt die ich hauptsächlich aus Filmen wie „Hangover 2“ kannte und von der ich zu dieser Zeit alles erwartet hätte. Nachdem wir die schmale Gasse passiert hatten die unser Guesthouse mit der Hauptstraße verband war mir eins klar…

 

„Diese Stadt war die sonderbarste die ich je erlebt hatte.“

 

Ich wünschten uns mindestens vier Augenpaare mehr zu haben. Entlang der gesamten Schnellstraße die 3 Spuren und 4 Stockwerke hatte waren kleine Stände aufgebaut. Schmuddelig, voller verschiedenster Arten von Nahrung. Ich drehte meinen Kopf in alle Himmelsrichtungen, während wir die Straße entlanggingen, und versuchte, alles auf einmal zu sehen: die kleinen Ständchen, die Auslagen darauf, die Menschen, die hier einkauften. Tausende Gerüche schwallten uns in die Gesichter. Manche davon hatten wir noch nie gerochen. So wie ich manche Dinge die wir noch nie zuvor gesehen, ja noch nicht mal vorgestellt hatten. Etliche Verkäufer priesen in unterschiedlichsten Sprachen ihre Waren an. Darunter waren zwar meist Fisch oder Fleisch Spieße, die frisch gegrillt wurden, aber man konnte auch die sonderbarsten Dinge wie Käfer und Skorpione finden. Laura schwört bis heute noch, das sie frittierte Ratten gesehen hätte.

Nachdem jeder etwas sonderbares von einem der Stände probiert hatte , sind wir am Ende doch im McDonalds gelandet. Dort habe ich mir endlich meinen lang ersehnten Traum erfüllt… Im McDonalds bestellen ala All-You-Can-Eat… und man muss sagen die Burger sind zwar nicht viel billiger aber dafür deutlich besser als in deutschen Filialen. Saftiger und SCHÄRFER…

 

Das mit der Schärfe ist hier so eine Sache...denn der Thai liebt scharf, für ihn ist „not spicy“ nur eine halbe Chilischote in deiner Suppe. Diese Wahrheit musste ich am nächsten Tag auf die harte Tour lernen, als ich in eine merkwürdige braune Bohne biss, die in meiner Suppe schwamm…

 

Anmerkung am Rande:
Auf das Thailändische Essen werde ich noch genauer eingehen ...Vielleicht werde ich dazu auch die Meinung von dem führendem Nahrungsspezialisten Patrick Bissenberger einholen und seine überaus heldenhafte Geschichte, wie er einen Skorpion verschlungen hat, in meinen Beitrag veröffentlichen.

 

Nach vier aufregenden und interessanten Tagen in Bangkok, in denen jeder Tag etwas Neues und Erstaunlicheres brachte, sind wir auf in Richtung Süden, auf ins Ungewisse, auf in unser Abenteuer Thailand.

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